Behandelte Heilsteine und Fälschungen

Aus verschiedenen Gründen werden Steine heute einer Behandlung unterzogen und in Umlauf gebracht. Sinnvoll ist eine Behandlung dann, wenn sie einer Qualitätsminderung entgegen wirkt, wie z.B. das Ölen oder Wachsen beim Bearbeiten der Trommelsteine. Ein für Dekorationszwecke bestimmter Stein muss nicht echt sein, wenn beispielsweise sein Imitat (auch als solches deklariert) genau so schön ist, jedoch preiswerter zu erwerben ist. Behandelte Steine sind normalerweise kostengünstiger zu bekommen, die Qualität entspricht aber nicht dem echten Vorbild.

Nicht vertretbar ist es, wenn behandelte Steine als echte veräußert werden. Dies kann einerseits aus mangelnder Kenntnis (auch bei Fachhändlern möglich!) sowie durch fahrlässiges Handeln geschehen. Andererseits gibt es nicht selten die bewusste Täuschung, indem sich Händler einen finanziellen Vorteil verschaffen wollen. Dessen sollte man sich beim Erwerb von Heilsteinen bewusst sein. Behandelte Steine müssen als solche gekennzeichnet sein, um Täuschungen und Fälschungen entgegen zu wirken.

Für Heilzwecke sollten unbedingt echte Steine einsetzt werden. Ansonsten muss damit gerechnet werden, dass gewünschte Wirkungen nicht oder abgeschwächt eintreten, mitunter sogar schädigende Einflüsse hervor gerufen werden können. Eine Ausnahme bildet das einfache Ölen und Wachsen der Steine für die direkte Anwendung.

An dieser Stelle erhalten Sie einen Überblick über gebräuchliche „Behandlungs“-Methoden für Heilsteine.

Ölen und Wachsen der Steine

Geölte und gewachste Steine gibt es relativ häufig. Durch Ölen und Wachsen werden Poren oder Risse von Steinen verschlossen. Dadurch sehen die Steine schöner aus. Besonders beim Schleifen und Polieren von Trommelsteinen wird durch Ölen und Wachsen verhindert, dass sich Poliermittel in den Poren der Steine festsetzt.
Für die direkte Behandlung mit dem ganzen Stein hat das Ölen und Wachsen in der Regel keine negativen Konsequenzen. Zur Herstellung von Heilstein-Zubereitungen sollten unbehandelte Steine verwendet werden, da Öle und Wachse teilweise in das Wasser übergehen können.
nach oben

Färben der Steine

Steine können oberflächlich oder innerlich gefärbt werden. Die Oberfläche der Steine kann durch gefärbtes Fett, Wachs oder Lack ein verändertes Aussehen erhalten. Hier ist die Echtheit des Steines leicht zu überprüfen. Man wischt mit einem in Aceton (oder Nagellack-Entferner) getränkten Tuch über den Stein. Verfärbt sich das Tuch nicht, ist die Farbe des Steines echt. Beim äußeren Färben durch Bedampfung mit Metallen ist der Färbungs-Nachweis mit Hilfe mikroskopischer Untersuchung durch einen Experten notwendig. Ähnliches gilt auch für das innerliche Färben. Innerlich erhalten die Steine eine andere Farbe durch Kochen in einer Farblösung, durch Färben im Vakuum oder durch Einbrennen der den Stein durchdrungenen Farbstofflösung. Bei transparenten Steinen ist für Erfahrene manchmal eine künstliche Färbung mit bloßem Auge sichtbar. In der Regel sind jedoch mikroskopische oder chemische Verfahren notwendig, um solche Färbungen nachzuweisen.

Brennen der Steine

Gebrannte Steine sind hoch erhitzte Steine. Durch den Brennprozess kann sich die Farbe oder die Transparenz eines Steines verändern. Die Farbveränderung entsteht durch chemische Umwandlung der natürlichen Farbstoffe des Steines und die Transparenz-Veränderung durch Verschmelzen von vorher auskristallisierten Einschlüssen. Im Zweifelsfall sollte auch hier der Fachmann zu Rate gezogen werden, der mikroskopisch nachweisen kann, ob ein Stein echt oder gebrannt ist. Bezeichnungen wie „gebrannt“ oder  „geblitzt“ sind Hinweise auf thermische Eingriffe.

Bestrahlen der Steine

Das Bestrahlen dient wiederum der Farbveränderung bzw. der Verschönerung eines Steines. Die Bestrahlung erfolgt mit radioaktiven Gammastrahlen. Einige Steine (z.B. Topas) senden nach einer Bestrahlung selbst Radioaktivität aus und müssen daher für einige Zeit geschützt verwahrt werden. Der Nachweis einer Behandlung durch Strahlung ist sehr schwierig. Die lückenlose Kontrolle der Bearbeitungs- und Transportwege vom Abbau bis zum Verkauf lässt am besten darauf schließen, ob die Steine bestrahlt sind oder nicht. Weit verbreitet ist das Bestrahlen der Steine in den USA. Deshalb achten Sie auch auf die Herkunft der Steine! Die Behandlung muss deklariert sein.

Rekonstruktion von Steinen

Besonders bei weichen und porösen Steinen, die leicht zerfallen, ist man geneigt, diese wieder zusammen zufügen. Dabei können feine Gesteinsreste z.B. durch Verschmelzen, Sintern oder mit Kunstharz als Bindemittel zusammengefügt werden. Rekonstruktionen sind gut nachweisbar durch mikroskopische Analyse und Bestimmung von physikalischen Eigenschaften. Zusätzlich kann bei entsprechenden Produkten Kunstharz chemisch nachgewiesen werden. Bei einigen Steinen weisen gesonderte Handelsnamen auf eine Rekonstruktion der Steine hin, z.B. „Echt Bernstein“ (rekonstruiert aus Bernsteinstaub) oder „Hämatin“ (rekonstruierter Hämatit).  Ist dies nicht der Fall, sollten sie als „rekonstruiert“ ausgewiesen sein.
nach oben

Synthese von Steinen

Synthetische Steine sind künstlich hergestellte Produkte, die in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften weitgehend den natürlichen Heilsteinen entsprechen. Deshalb sind sie derzeit nur durch mikroskopische Untersuchungen von den Natursteinen zu unterscheiden.
Man darf nicht erwarten, dass aufgrund der nahezu gleichen physikalischen und chemischen Eigenschaften die Heilwirkung des synthetischen Steines mit der des natürlichen Steines identisch ist, da die Bildung des Steines mit ausschlaggebend für seine Wirkung ist.
nach oben

Imitation von Steinen

Im Unterschied zu synthetischen haben imitierte Steine andere physikalische und chemische Eigenschaften als ihr natürliches Vorbild. Sie werden aus ganz unterschiedlichem, meist kostengünstigem und leicht verfügbarem Material, z.B. Glas, Keramik, anderen Mineralien hergestellt. Imitationen sind daher durch mikroskopische, physikalische und chemische Untersuchungen gut nachweisbar.

Abschließendes

Aus den Darstellungen über die verschiedenen Behandlungsmethoden der Steine wird klar, dass es oft schwierig ist, echte von unechten Steinen zu unterscheiden. Um sich der Qualität sicher zu sein, sollten Steine aus vertrauenswürdigen Bezugsquellen stammen. Es versteht sich von selbst, dass jede Art von Behandlung an Steinen aus ethischen Gründen mitgeteilt werden sollte. Wenn man die Echtheit eines Steines anzweifelt, kann man ein mineralogisches-gemmologisches Zertifikat anfordern. Dies gilt vor allem für Groß- und Einzelhändler, um nicht aus Unkenntnis gefälschte Ware zu verkaufen.
Weiterführende Informationen rund um das Thema Heilsteine finden Sie z.B. im Internet unter www.steinheilkunde-ev.de und  www.epigem.de

Heilstein-Meditation (Laufzeit 4:01 min)

ein Ausschnitt:

erhältlich als: MP3

download:2,99 Euro

>> zur Produktseite

>> in den Warenkorb